Sommerferien-Plausch ohne Koffer 2025
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Sommerferien-Plausch ohne Koffer 2025

Zu Land, zu Wasser und in der Luft

Vom 21. bis 26. Juli 2025 fand bereits zum sechsten Mal der Sommerferien-Plausch ohne Koffer statt. Dieses Angebot wird immer beliebter und so nahmen in diesem Jahr 27 Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung entweder an allen sechs oder an einzelnen Tagesveranstaltungen teil. Dieses Ferienangebot richtet sich an alle, die nicht auswärts in einem Hotel, sondern zu Hause übernachten. Auch die Verpflegung musste in der Regel selber mitgebracht werden und so kann dieses Ferienangebot sehr kostengünstig angeboten werden. Auch ein kostengünstiges Ferienangebot kann durchaus attraktiv sein – dies können Sie aus dem nachfolgenden Bericht der Helferin und Mitorganisatorin, Denise Leimgruber, sicherlich herauslesen:

Montag, 21. Juli 
Die meisten angemeldeten Teilnehmenden fanden sich für diese Ferienwoche lange vor neun Uhr vor dem insieme-Freizeit-Treff in Uster ein. Voller Erwartung, was Beat wohl bei der Begrüssung mitteilen wird und was in dieser Woche alles tolles geboten wird.

Zum Start der Ferienwoche blieben wir in der Region. Mit dem Bus fuhren wir nach Wermatswil, wo der von Felix erarbeitete Fox-Trail losging. Dank gutem Plan und Fotos, den Beat jeder Gruppe mitgab, fanden wir schnell unseren ersten Posten. Der Weg führte uns über Felder und durch den Oberustermer Wald an unsere ausgesuchte Grillstelle etwas ausserhalb von Uster. Die Fragen mussten von jeder Gruppe gelöst werden, was aber alle schafften. Felix hat noch Überraschungen bei den Posten eingebaut, was alle sehr freute. So wurde die Mühe mit einem kleinen Snack belohnt. Als alle an der Grillstelle eintrafen, fand sogar noch die Sonne den Weg durch die dicken Wolken. So konnten wir unsere Grilladen bei Trockenheit einnehmen.

Am späteren Nachmittag zogen wir gemeinsam los, um im insieme-Freizeit-Treff noch ein feines Glacé einzunehmen und Felix verteilte allen noch die Urkunden für den absolvierten Fox-Trail. Pünktlich wurden alle abgeholt und zogen heimwärts.

Dienstag, 22. Juli
Dieser Tag war gespickt mit einer Riesenüberraschung. 
Mit dem Bus fuhren wir nach Pfäffikon, Witzberg von wo wir gemütlich zum Flugplatz Speck spazierten. Dort wurden wir sehr freundlich empfangen und informiert, dass wir alle einen halbstündigen Rundflug machen dürfen. Wir werden diese Minuten unter den Wolken bestimmt nicht so schnell vergessen. Unsere drei Piloten flogen jeweils mit zwei Passagieren durch das Zürcher Oberland in Richtung Einsiedeln und Walensee und dies bei guter Sicht, da wir sehr tief fliegen konnten. So durften wir die schöne Region und einige sogar ihr zu Hause einmal von oben erblicken – was für ein Erlebnis!
Während die einen im Flieger sassen, konnten die anderen von einer interessanten Führung profitieren. Nun wissen wir einiges über die Flieger, die teilweise bereits 90 Jahre gut gewartet ihre Dienste tun. Zum Abschluss gab es noch einen feinen Zvieri auf der Terrasse des Windy Corners. Nach diesem Tag verabschiedeten sich alle sehr euphorisch.

Mittwoch, 23. Juli
Heute war eine Schifffahrt auf dem Urnersee angesagt. Nur bis wir den Schiffssteg begehen konnten, mussten wir noch durch den strömenden Regen vom insieme-Freizeit-Treff an den Bahnhof in Uster gelangen. Von da fuhren wir via Zürich nach Flüelen, wo der Himmel ebenso dunkel war, aber immerhin kein Regen fiel. So konnten wir die Schifffahrt auf dem Deck geniessen.

Das Dampfschiff pflügte sich durch die Wellen des Urnersees. Derweil konnten wir die wunderschöne Region besichtigen. Der Kapitän klärte uns über diverse Sehenswürdigkeiten auf und so konnten wir das Erlernte (lange ist es her) auffrischen. Oder man war noch nie in dieser Gegend und durfte endlich mal die Tellsplatte mit Kapelle und den Gedenkstein für Friedrich Schiller sehen. Ebenso sah man die Axenstrasse an der die Arbeiten des letzten Murgangs noch im vollen Gange ist.

In Brunnen hiess es dann aussteigen. In Grüppchen durften wir durch die Ortschaft schlendern, «Lädele», «Käfele» oder das mitgebrachte Essen in Ruhe zu sich nehmen. Nach dem Aufenthalt fuhren wir wiederum mit einem Dampfschiff auf einer etwas anderen Route nach Flüelen, von wo wir via Zug nach Hause reisten.

Donnerstag, 24. Juli
Auch auf diesen Ausflug waren einige sehr gespannt. Wir durften Richtung Basel reisen wo es doch ein wenig wärmer war. In Liestal konnten wir die Altstadt besichtigen. Die Zeit reichte gar, um noch kurz einzukehren und den Lunch einzunehmen, bevor es mit dem Regionalbus nach Pratteln ging. Wir durften heute die Salina Schweizerhalle besichtigen. 

In zwei Gruppen aufgeteilt erhielten wir eine interessante Führung. Viel Neues haben wir über die Salzgewinnung gelernt und gesehen. So waren zum Beispiel grosse Verdampfungskessel und riesige Salzberge zu sehen. Auf der Holzrutschbahn kam auch der Spass beim Hinunterrutschen nicht zu kurz. Am Ende kriegten alle eine kleine Tüte Chips, die wir mit diversen Geschmacknoten selber mischen durften. Mit diesem Snack schafften wir sogar die Heimfahrt ohne Hunger haben zu müssen.

Freitag, 25. Juli
Am Freitag organisierte Beat eine Fahrt nach Appenzell mit dem Oldtimerbus. Da sich die Sonne leider auch heute nicht zeigen wollte und starker Regen angesagt war, reisten wir aus Sicherheitsgründen mit dem Car nach Appenzell. Die gute Laune liessen wir uns aber nicht verderben, freuten wir uns doch auf das wunderschöne Appenzell. Schon beim Aussteigen bekamen wir zu spüren, dass wir in den Bergen sind. Die Temperaturen waren bedeutend kühler… Anfangs stand uns über eine Stunde zur freien Verfügung. Etwas Gutes hatte das nicht wirklich schöne, aber dennoch trockene Wetter - es gab viel weniger Touristen. So konnten wir die schönen Gebäude und Schaufenster wirklich in Ruhe besichtigen und fotografieren.

Nach dem Lunchen trafen wir uns am vereinbarten Landsgemeindeplatz. Von hier aus war eine Dorfführung geplant. Zwei nette Damen haben uns (zwei Gruppen) durch den Hauptort des Kantons Appenzell Innerrhoden geführt, wo wir viel Neues und Wissenswertes vernahmen. Wie es früher der Fall war, waren auch in Appenzell die Häuser aus Holz und eng zusammengebaut. Die Gefahr war sehr gross, dass wenn es einen Brand gab, sehr vieles am Ende nicht mehr stand. Leider brannte es aus nicht ganz geklärtem Grund am 18. März 1560 so heftig, dass fast die ganze Kirche ausbrannte. Nur den Turm konnten die Löschmänner retten. Zudem brannten 150 Firste und 135 Wohnhäuser. Das einzig tröstliche am Ganzen war, dass ausser einem Mann, der nach dem Brand am Räumen war und von einem herabstürzenden Balken getötet wurde, niemand sein Leben verlor. 
Auch erfuhren wir, dass die alten Appenzeller gerne in der Umgebung Krieg anzettelten. Da sie alles einnehmen konnten, wurden sie übermütig und zogen barfüssig und in Hemdsärmeln gegen die Habsburger im nahen Österreich in den Krieg. Diesen gewannen sie überraschenderweise ebenso. Heute aber sind die Appenzeller ein fröhliches und friedliches Volk. Es gäbe noch sehr vieles zu berichten. Am besten Sie reisen selber einmal nach Appenzell und buchen sich eine Dorfführung.

Schon bald bestiegen wir wieder den Car für die Heimreise. Nach einem Zvieri-Halt auf der Schwägalp, fuhren wir via Toggenburg und Rickenpass zurück nach Uster. 

Samstag, 26. Juli
Und schon ist Samstag, so schnell ist diese Woche verflogen.
Diesen Tag gehen wir gemütlich an, da der Wetterbericht für alle uns zur Verfügung stehenden Stunden, Regen meldete. So kamen alle Teilnehmenden erst um zehn Uhr in den insieme-Freizeit-Treff, wo sie sich noch einige Minuten gedulden mussten, bis wir den Brunch fertig vorbereitet hatten. Nach der Eröffnung des Buffets, durften sich alle an den feinen Speisen bedienen. Wir alle genossen die Stunden mit plaudern und Revue passieren lassen der vergangenen Woche.

Unterdessen haben die männlichen Helfer alle unter der Leitung von Beat die coolen Spiele aufgestellt und vorbereitet. Gespannt auf das, was uns erwartet spazierten wir zum nahegelegenen gedeckten Pausenplatz der Oberstufenschule Freiestrasse. Dank der Bewilligung, dass wir diesen Platz nutzen durften, konnten wir alle neun Posten absolvieren. Beat herzlichen Dank, dass wir so viel Neues lernen durften. Danke für das Super Memory, das Flaschen-Rollspiel, die Feuerwehr-Wasserspritze, das Nusssknackerpiel etc. 

Nachdem alle die einzelnen Posten durchgespielt hatten, räumten die Männer auf und wir Damen zogen mit allen Teilnehmenden wieder in den Treff, wo nochmals die Tische mit feinen Sachen aufgedeckt wurden. Bevor man sich verabschiedete, durften wir noch eine Kugel Glacé geniessen. Alle waren müde nach dieser intensiven Woche und nicht böse, dass wir etwas eher Schluss machten. Traurig, dass die Woche bereits vorbei war, haben wir uns verabschiedet mit dem Versprechen, dass wir uns nächstes Jahr wieder sehen.

Trotz der schlechten Wetterprognosen für die ganze Woche, hatten wir eigentlich fast immer Glück. So regnete es praktisch nie, wenn wir eine Führung hatten oder im Freien waren und oft zeigte sich sogar die Sonne.  Zum Schluss bleibt uns nur übrig, als allen ein grosses Dankeschön auszusprechen. Auch für uns Begleiterinnen und Begleiter war es mit euch tollen Teilnehmenden eine entspannte und coole Woche. Beat dir ein besonderer Dank – ohne dich und deine tollen Ideen würde diese Woche so nicht stattfinden.

Bericht: Denise Leimgruber

An dieser Stelle im Namen aller Teilnehmenden und insieme Zürcher Oberland ein herzliches Dankeschön den zuverlässigen und treuen Begleitpersonen bestehend aus: Doris, Barbara, Denise, Katharina, Felix, Roland und Jürg. Ohne euch wäre eine solche Ferienwoche nicht möglich gewesen!

Ein herzliches Dankeschön auch an die Mitglieder der Flugsportgruppe Zürcher Oberland für diesen tollen Tag auf dem Flugplatz Speck und den kostenlosen Rundflügen. Ein besonderer Dank gebührt den drei Piloten Kurt, Tobias und Adrian sowie dem Führer Urs. 

Beat Schäfer, Leiter

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Publikationsdatum 31.07.2025